Immer öfter an Amerikas Schulen: Nur keusche Mädchen erwünscht

In Amerikas Provinzen treibt die Tea Party ihr reaktionäres Unwesen. Auch in der Alltagskultur geht es vielerorts mit Vollgas zurück ins 19.Jahrhundert. Alte längst überholt geglaubte Rollenbilder machen sich breit. Und wie immer trifft es in erster Linie die Frauen. Sowie es im Iran oder in Saudi-Arabien eigentlich kaum Kleidervorschriften für Männer gibt, sondern in erster Linie für Frauen – genauso läuft das auch im christlichen Fundamentalismus.

Jezebel berichtet von zunehmenden Fällen, bei denen Schülerinnen von der Schule verwiesen werden weil sie zu freizügig gekleidet sind. Brittnay Minder wurde nach Hause geschickt, weil sie ihre üppigen Brüste nicht nach iranischen Vorschriften verhüllte, sondern etwas Dekolleté zeigte – Rainer Brüderle hätte sich wohl gefreut. Schülerinnen mit kleineren Brüsten durften rein. In Cincinnati wurden zwei Schülerinnen nach Hause geschickt, weil sie „unangemessen gekleidet“ waren – die Form (!) der Brüste war erkennbar. Mit der Burqa wäre das nicht passiert…

Eine High School in Kalifornien verbietet „enge Hosen“, eine andere in New Jersey „halterlose Tops“, und eine weitere hat ganz ausgereifte Vorschriften: „enge Hosen in Verbindung mit kurzen Tops“. Begründung jedesmal: solcherlei Outfit „lenkt andere Schüler ab“, vermutlich männliche. Als nächstes kommt dann wohl noch der Jungfräulichkeitstest.

Schulverwaltungen und Elternbeiräte toben ihre lächerlichen Moralvorstellungen auf dem Rücken der Mädchen aus. Mädchen sollen keine „Schlampen“ sein – der Dresscode lautet „Don’t be a slut“. Und natürlich – dumpfbackige Weiber sind an der vordersten Front dieser konservativen Gegenrevolution. Da gibt es eine Vivienne Wagner, die sich nicht zu blöd ist, auf Schulfeiern zu gehen, sexy gekleidete Mädchen zu fotografieren und auf ihrer Webseite zu unter der Überschrift zu präsentieren „6 examples of why i am glad not to have daughters“. Wahrscheinlich hasst sie sich selbst dafür, dass sie Brüste und eine Pussy hat. Sie nahm den Beitrag schon nach ein paar Stunden wieder offline, vermutlich gab es wenig begeisterte Beschwerden. Aber auf Jezebel ist es noch zu sehen.

So fängt es an: In der Schule bist du dafür verantwortlich, dass dein Outfit Schüler „ablenkt“ , und später bist du dafür verantwortlich, dass dein Outfit eine Einladung zur Vergewaltigung war. Ayatollah Khomeini sieht das auch so. Ab unter den Schleier!

Nein, so schöne Schülerinnen wollen wir nicht haben:

0207AP (7)

Über sunflower22a

I am a mystery.
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