Amerikas absurde Vorstellungen von „Kriminellen“

Acht US-Bundesstaaten behandeln Prostitution als schweres Verbrechen. In diesen Bundesstaaten landet eine Sexarbeiterin automatisch im Knast, wenn sie ihre Arbeit macht. Nicht weil sie gefährlich wäre, nein, weil den herrschenden Moralaposteln ihr Job nicht passt. Interessanterweise scheint sich in diesen Staaten langsam die Einsicht durchzusetzen, dass das keine gute Idee ist.

Normalerweise sind sich die Aktivistinnen für die Rechte von Sexarbeiterinnen und die Gegner der Prostitution spinnefeind. Die einen wollen, dass Prostitution endlich als Dienstleistungsgewerbe wie jedes andere anerkannt wird, die anderen wollen sie abschaffen.

Aber in Illinois haben beide jetzt erkannt: wer Prostitution zum Verbrechen erklärt und Prostituierte in den Knast wirft, sorgt dafür, dass die Biografie dieser Frauen soweit zerstört wird, dass sie außer der Prostitution gar keinen anderen Job mehr bekommen, selbst wenn sie wollen. Das berichtet Salon. Prostitution wurde in Illinois vom Kapitalverbrechen zur Ordnungswidrigkeit heruntergestuft. Selbst im ultrakonservativen Texas wäre das beinahe beschlossen worden.

Verbleiben also sechs weitere US-Bundesstaaten, in denen Prostituierte Kriminelle sind: Arizona, Florida, Idaho, Indiana, Michigan und Missouri. Sowas beklopptes – sie tun niemandem etwas zuleide, sie sind nicht gefährlich, und wer mit ihnen nichts zu tun haben will kann sie locker ignorieren. Prostitution ist das einzige „Verbrechen“, bei dem es mehr Frauen als Männer als „Täterinnen“ gibt. Eine verlogene Doppelmoral, die schnellstens abgeschafft gehört.

PS: ich finde zum Beispiel Börsenspekulation ein hervorragendes Beispiel für eine Sorte Dienstleistung, bei der es jede Menge Geschädigte gibt und klar abgrenzbare Täter. Da gehören die meisten in den Knast. Aber auf die Idee kommt anscheinend niemand…

Diese freundliche Lady tut wirklich niemandem etwas zuleide…

0358AS (62)

Über sunflower22a

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