Nein, ich will kein rosa Radio

Let Toys be Toys – for girls and boys. So heißt eine Kampagne von britischen Eltern gegen dümmlich-sexistisches Spielzeug. Mit heutigem Kinderspielzeug kenne ich mich nicht so aus, mangels Kind, aber als ich noch klein war, da gab es natürlich auch schon „geschlechtsspezifisches Spielzeug“. Aber darum haben wir uns damals nicht sonderlich gekümmert. Okay, eine Barbiepuppe hatte ich auch, und die war echt nichts für meinen Bruder. Aber mit seinen Autos habe ich auch gespielt, Legos waren auch für uns beide, und er hat sogar mal einen Pulli für mich gestrickt.

Heute sieht das anscheinend anders aus. Die Spielzeugindustrie scheint immer bekloppter zu werden und immer mehr Spielzeug „nur für Mädchen“ und „nur für Jungs“  anzubieten. Das Spielzeugradio für Mädchen ist rosa, für Jungs blau. Hallo???

Der reaktionäre Disney-Konzern ist – natürlich – wieder mit an vorderster Front dabei. Wenn du solche Bilder siehst, kannst du dir doch nur noch an den Kopf greifen.

 boysgirlsdisney

Marks & Spencer bietet „Boys‘ Stuff“ an – Walkie-Talkies, Dschungeltiere usw – als ob das für Mädchen nichts wäre. Völlig bescheuert. Während im Berufsleben  die alten Rollenteilungen in raschem Tempo in den Mülleimer der Geschichte verbannt werden, versucht die Spielzeugindustrie den kulturellen Rückwärtsgang.

Fernsehkochserien haben längst mehr männliche als weibliche Köche. Der 11jährige amerikanische Junge McKenna Pope findet das toll und will Fernsehkoch werden. Aber wie? Nun hat er eine weltweite Petition gestartet, um den Spielzeughersteller Hasbro dazu zu bringen, endlich Küchenspielzeug auf den Markt zu werfen, das nicht exklusiv auf Mädchen zugeschnitten ist. Mit Erfolg.

Anscheinend sind immer mehr Spielzeugabteilungen in Kaufhäusern (da halte ich mich ja eher selten auf) eingeteilt in Mädchen- und Jungs-Abteilungen. Bei den Mädchen gibt’s Prinzessinnen und alles was rosa ist, bei den Jungs irgendwelchen Action-Kram – vermutlich in USA noch schlimmer als bei uns, schreibt Ponta Abadi auf MsMagazine. Sie hat recherchiert und festgestellt, dass 1945 noch etwa 30% des Spielzeugs geschlechtsspezifisch vermarktet wurde, danach wurde es bis in die 70er Jahre immer weniger. 1995 waren wir schon wieder beim Level von 1945 angekommen und heute ist es wohl schlimmer als je zuvor.

Ich verstehe das nicht. Es läuft allen Gesetzen der Massenproduktion und Kostenreduktion zuwider, wenn man seine Produkte absichtlich nur noch auf die Hälfte der Zielgruppe zurechtmacht. Eine Produktionsserie für 100% der Kinder müsste doch billiger sein als zwei Produktserien für je 50%.

Es bleibt also nur die Konsequenz, dass diese Leute eben blöd sind. Sowas soll ja vorkommen. Im Minenfeld der Geschlechterbeziehungen noch viel häufiger als woanders.

Über sunflower22a

I am a mystery.
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