Arabien sucht den Superstar

Es gibt kaum etwas bekloppteres als „Deutschland sucht den Superstar“. Schon die Visage von diesem Bohlen reicht, um schnellstmöglich weiterzuzappen.

Anscheinend ist das Format aber woanders etwas, sagen wir, genießbarer. Und die Story von Mohammed Assaf aus dem Flüchtlingslager Khan Yunis im Gazastreifen ist einfach, nun ja, bewegend. Der 22jährige ist echt ein ganz Süßer. Seine Liebeslieder  und – unvermeidlich natürlich auch – patriotischen palästinensischen Lieder lassen in der arabischen Variante von DSDS genannt „Arab idol“ die Herzen der Menschen dahinschmelzen. Meines übrigens auch. Der Wettbewerb ist noch nicht vorbei, aber er hat beste Chancen zu gewinnen.

Das hat auch damit zu tun, wie er es geschafft hat, überhaupt zum Teilnehmer zu werden. Wer im Gazastreifen wohnt, ist ja der Loser schlechthin – arm und von der Welt vergessen, an Ausreise kaum zu denken, und unter den Knute der fundamentalistischen Hamas und der Blockade Israels hat man echt die Arschkarte gezogen. Daher ist er der allererste aus Gaza, der bei Arab Idol dabei ist.

Für die Ausreise aus Gaza nach Ägypten – der Auftritt fand in Kairo statt – benötigte er, natürlich, ein Visum. Hatte er aber nicht. Die palästinensischen Behörden mussten „special arrangements“ machen (was immer das auch sein mag), aber die brauchten ihre Zeit. Als er endlich in Kairo ankam, war die Halle bereits geschlossen. Er kletterte über die Mauer, und wurde prompt festgenommen. Als er abgeführt wurde, tauchte zufällig ein palästinensisches Mitglied des Veranstalterteams auf, erkannte ihn und sorgte dafür, dass er doch noch teilnehmen konnte. Vor seinem Auftritt fragte ihn die Jury, warum er für die 400 km von Gaza nach Kairo volle 2 Tage gebraucht habe, und er antwortete, es habe halt überall Probleme gegeben.

Zwei kleine Videos gibt es hier.  Ich drücke ihm die Daumen!

Assaf

Über sunflower22a

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2 Antworten zu Arabien sucht den Superstar

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