„Sie ist eine Schlampe“ – oder wie treibe ich ein Mädchen in den Selbstmord

Es kommt mir ja von dem unsäglichen Gequassel um „Ehre“ in den muslimischen Macho-Parallelgesellschaften Europas ja durchaus bekannt vor. „Schlampe“, die ultimative Abqualifizierung einer Frau oder eines Mädchens als Mensch zweiter Klasse. Dass muslimische Machos so etwas machen, ist schlimm genug, wobei diese hirnlosen Gestalten in der Regel nicht den geringsten Grund haben, sich selbst auf irgendeine Ehre zu berufen. Anscheinend ist es aber im verklemmten Amerika mittlerweile ein Phänomen unter Schulmädchen, sich gegenseitig als „Schlampe“ fertig zu machen. Eine wahnsinnig mutige junge Frau, Pseudonym Emily Lindin, hat jetzt veröffentlicht, welche Qualen sie durchlitten hat, als sie vor 15 Jahren von ihren 11-12jährigen Mitschülerinnen zur Schlampe (slut) erklärt wurde und dann terrorisiert wurde. In dem Blog „The UnSlut Project“ veröffentlicht sie jetzt ihre Tagebuchnotizen aus dieser Zeit. In gewisser Weise  hatte sie damals noch Glück: das Internet war 1998 noch eine relativ neue Sache und längst noch nicht so entwickelt wie heute.

AOL Instant Messenger gab es schon, und ein User (Userin?) namens „DieEmilyLindin“ bombardierte sie mit Kurznachrichten wie „Why haven’t you killed yourself yet, you stupid slut?“ Heute dreht sie den Spieß um und schafft eine Möglichkeit über das Internet, dass sich Mädchen mit ähnlichen Erfahrungen gegenseitig austauschen und unterstützen.

Amanda Hess diskutiert dies auf Slate.com und  kommt zu dem naheliegenden Schluss, dass es eben Unsinn ist, wenn verklemmte Moralapostel darüber klagen, dass Internet und Social media Amerikas junge Frauen pornografisieren und sexualisieren. Fakt ist, dass Amerikas Teenager heute später ihren ersten Sex haben als vor 20 Jahren. Das ganze Gerede um „Schlampen“ dient verklemmten Typen nur dazu, selbstbewusste und attraktive Frauen und Mädchen plattzumachen, die im Gegensatz zu so vielen anderen ihre Sexualität nicht verstecken oder sich dafür schämen.

Na dann bin ich lieber eine stolze, lebensfrohe  Schlampe als eine verklemmte graue Maus.

Sluts fighting back…online…

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…and offline

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Über sunflower22a

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2 Antworten zu „Sie ist eine Schlampe“ – oder wie treibe ich ein Mädchen in den Selbstmord

  1. Pingback: Die „Vergewaltigungskultur“ | sunflower22a

  2. Lenax2 schreibt:

    Wow finde ich echt gut, dass mal jemand das Thema anspricht. Wobei die meisten Mädchen mal als Schlampe wegen irgendwelchen Kleinigkeiten bezeichnet werden, das vergeht und passiert halt mal. Schlimm wird es aber, wenn man so einen richtigen Ruf als Schlampe hat. Natürlich haben einige Mädchen mehr Glpck und finden trotz ihren Ruf Freunde ect, aber manchmal kann es zu heftigem Mobbing führen.
    Und die Argumente vieler Menschen Frauen als Schlampen zu bezeichnen lauten folgendermaßen: Biologisch gesehen ist der Mann dazu da seine Samen möglichst zu verteilen, die Frau aber nicht. Ich sehe in diesem “Argument“ dennoch keinerlei GRUND Frauen als Schlampen zu erniedrigen. Mag sein, dass Frauen anders gestrickt sind aber was für einen SINN hat es Frauen so sehr zu erniedrigen, wenn sie viele Männer hatten?
    Um sie zu kontrollieren. Wo wäre das Problem Frauen nicht mehr als Schlampen zu bezeichnen? Naja die Frauen wären frei und könnten nicht mehr kontrolliert werden, das tut ganz vielen Männern ja so weh. Und ganz nebenbei werden Frauen nicht nur wegen ihrem Sexualverhalten als Schlampe bezeichnet. Es kann die dümmsten Gründe haben. Wegen ihrem Aussehen, weil sie nicht mit DIR schlafen will aber mit vielen anderen, weil sie halt eine Frau ist.

    Ein Schlüssel, dass jeder Schloss knackt ist ein Masterkey, ein Schloss, dass sich von jedem Schlüssel öffnen lässt wertlos. Frauen die viele Männer haben, sind demnach wertlose Objekte? Na gut, dann legitimieren wir auch Gewalt gegen sie! *ironie*
    Mal abgesehen, vielleicht entspricht die ja Größe eures Penis der Größe meines Hausschlüssels (ganz schön klein🙂 ), aber ICH habe sicher kein Schloss.
    Mal ganz nebenbei liegt es in der Natur der Frau GEF*CKT zu werden, nichts dreckigen wofür man sich schämen müsste.
    Diese Argumente sind sinnfrei und versuchen den Hass, die verbale Gewalt (teilweise auch physische Gewalt) gegen Frauen zu legitimieren. Nichts weiter.

    Aber man muss auch bedenken, dass Frauen es IMMERHIN zugestanden wird ihre Sexualität in mehreren langfristigen Beziehungen auszuleben. Und mal im Ernst, auch die meisten Männer weisen keine all zu hohe Zahl an Sexualpartner auf.

    Ich finde es billig im Tange in der Öffentlichkeit mit dem Arsch zu wackeln, keine Frage. Nicht, dass solche Frauen Schlampen sind aber Sex sollte Privatsache sein und weil es gerade Privatsache ist hat keiner ein Recht jemanden dafür als GANZES MENSCHLICHES WESEN zu entwerten.

    Ob man promiskuitives Verhalten verurteilen darf? Sicherlich. Es ist jedoch ein großer Unterschied so ein Verhalten an sich negativ zu beurteilen oder eine Frau als ganzes menschliches Wesen, nur aufgrund einer negativen Eigenschaft, nämlich ihr Sexualverhalten, zu entwerten. Frauen sollten nicht auf Sex reduziert werden, sie sind keine Objekte.

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