Victoria’s Secret: Erzkonservative Kampagne gegen schöne Unterwäsche

Es gibt ja so einige Berührungspunkte zwischen erzkonservativen Moralaposteln und dem Traditions-Feminismus. Die lustfeindliche Lebenseinstellung gehört auf jeden Fall dazu. Wozu das führen kann, wenn erzreaktionäre Tea Party-Aktivistinnen angeblich Frauenrechte verteidigen, konnte man jetzt mal wieder in den USA sehen. Das Modelabel Victoria’s Secret, bekannt für seine schöne sexy Lingerie, geriet ins Kreuzfeuer der Kritik weil es angeblich sexy Unterwäsche für junge Mädchen (und zwar wirklich junge Mädchen, vor der Pubertät) ins Sortiment aufnahm und Werbung dafür machte. Die Produktlinie „Bright Young Things“ verursachte einen Aufschrei in der Presse, unkritisch plapperte einer und eine dem anderen nach, und schließlich unterschrieben sogar 40 000 Leute eine Petition dagegen. Sich die inkriminierte Unterwäsche mal anzusehen, fiel aber wohl nur den wenigsten ein.

Das Onlinemagazin Jezebel ging der Sache jetzt nach und stellte fest, dass dahinter eine Bloggerin namens Amy Gerwing auf der aggressiv rechten Webseite The Black Sphere  steckte. Dort beschreibt sie sich als “Mom of seven sillies, homeschooling guru, and political junkie –  Amy’s passions in life include speaking out for the unborn and standing up to an over-reaching government threatening the fiber of our freedom… Amy hopes to recruit more soldiers to the conservative cause.”

Diese blöde Kuh klagte an, dass Victoria’s Secret aus Proftitgier junge Mädchen sexualisiere und zu Objekten degradiere. „Our daughters are precious, intrinsically valuable and deserve better — they deserve to be cherished and protected.” Wenn ich sowas schon höre. Als ob man junge Mädchen oder Frauen so lange wie möglich davor schützen müsste, an Sexualität auch nur zu denken – Saudi-Arabien lässt grüßen.

Es ist unglaublich, wie sich das ausbreiten konnte. Jezebel beschreibt sich selbst als „Home of Shiny Happy Ladies“ und geht der Sache auf den Grund. Victoria’s Secret bewarb die Produktlinie für 15-22jährige, warb dafür mit Models die allesamt über 20 sind – am Ende stellte sich sogar heraus, dass nicht einmal der Name der Produktlinie stimmte. Dennoch verhielt sich Victoria’s Secret sehr defensiv und nahm sogar einige der Produkte aus dem Sortiment– verständlich bei der Medienmacht der Konservativen in den USA.

Und was ist die Story, um die es hier geht? Wenn rechtskonservative Moralwächter sich als Verteidiger von Frauen(rechten) aufspielen, ist extremes Misstrauen angesagt. Und ich finde Victoria’s Secret toll.

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2 Antworten zu Victoria’s Secret: Erzkonservative Kampagne gegen schöne Unterwäsche

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