Indien: Vergewaltungsopfer zündet ihren Peiniger an

Indiens neues Gesetz gegen Vergewaltigungen ist jetzt in Kraft getreten. Auf dem Papier ein vorbildliches Gesetz, von dem die laxe deutsche Justiz viel lernen könnte. Auf Vergewaltigung steht jetzt mindestens 20 Jahre Knast,  für Massenvergewaltigungen steht lebenslang an. Die Typen, die erst jetzt eine 17jährige gemeinsam vergewaltigt haben, kämen demnach nicht mehr frei – wenn sie denn geschnappt und verurteilt würden. Für Wiederholungstäter ist  die Todesstrafe möglich. Erstmals sind auch Voyeurismus und Stalkertum unter Strafe gestellt. Säureattacken gegen unbotsame Frauen werden mit 10 Jahren Knast bestraft. Na wunderbar. Es musste erst zu einem halben Volksaufstand kommen bis die Patriarchen der indischen Politik reagierten. Mal sehen wie das umgesetzt wird. Der Fall der Schweizer Touristin ist ja nur deshalb ein  Einzelfall, weil es eine Schweizer Touristin war. Eine „normale“ Inderin aus einer unteren Kaste hätte wahrscheinlich nicht einmal die lokalen Medien interessiert.

Das Vertrauen in die Polizei ist deshalb nach wie vor sehr gering. Viel zu oft werden Vergewaltigungsanzeigen entweder gar nicht erst aufgenommen oder es wird nichts getan, die Täter zu verhaften. Und die langsame und unzuverlässige Justiz tut ihr übriges, um Vergewaltigung und sexuelle Belästigung von Frauen – in Indien verharmlosend als „Eve-teasing“  bezeichnet – in weiten Teilen der männlichen Öffentlichkeit als Kavaliersdelikt erscheinen zu lassen. Dass Vergewaltigungen mit einer solchen Brutalitätsorgie und dem Tode des Opfers einhergehen wie in dem zu weltweiter Bekanntheit gekommenen Fall in Delhi, ist ja eher die Ausnahme.

Doch die Zeiten ändern sich. Im besonders rückständigen Bundesstaat Bihar hat jetzt ein Vergewaltigungsopfer nach monatelanger sexueller Nachstellung durch so ein Arschloch sich jetzt auf drastische Weise zur Wehr gesetzt und den betrunkenen Unhold angezündet. Und sie steht dazu und sagt sie würde es wieder tun. Der Typ wurde schon oft der sexuellen Belästigung beschuldigt, es hatte keine Konsequenzen. Ursprünglich wollte sie Selbstmord begehen, änderte dann aber ihre Meinung und brachte den Unhold um. Sie wird jetzt als Mörderin angeklagt, und immerhin löst das in der indischen Öffentlichkeit eine Kontroverse aus – es war schließlich Notwehr.

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