Erotic fantasy #2: Sushiteller

Kurz nach der Jahrhundertwende war ich für knapp ein Jahr in Tokyo, eine faszinierende Metropole so ganz anders als Europa oder Amerika. Leider hatte ich keine Arbeitserlaubnis, ich war nur „mitreisende Lebenspartnerin“. Mein damaliger Lebenspartner hatte nicht nur eine Arbeitserlaubnis, sondern auch jede Menge Arbeit, oder zumindest behauptete er das. Endlose Arbeitszeiten sind in Japan üblich, und dazu gehört auch das gemeinsame vergnügen nach der Arbeit. Wer sich dem verweigert, ist schnell out.

Und so langweilte ich mich in der großen Metropole schnell, und die Sprachbarriere tat ein übriges…bald ging ich auf Abenteuersuche. Irgendwie geriet ich an ein Angebot, das durchaus abenteuerhaft klang. Ich sollte Sushiteller spielen. Du legst dich nackt auf den Tisch eines Sushirestaurants, und sie drapieren dich mit Sushi, Sashimi und so weiter…und dann kommt die Kundschaft und fängt an zu futtern. Nein, mit Sex hat das nichts zu tun. Die klare Regel ist: sie fassen dich nicht an, sie reden nicht mit dir und du nicht mit ihnen, und du bewegst dich möglichst nicht und schaust sie auch nicht an. Und für dieses ganze Nichtstun wirst du sehr gut bezahlt.

Europäerinnen machen so etwas nicht oft, und so war ich durchaus begehrt, die Anfragen häuften sich und die Honorare wurden auch besser. Immer waren es reine Männergruppen, nach der Arbeit, und ich hätte mich überhaupt nicht gewundert wenn mein Ex auch eines Tages unter ihnen gewesen wäre, er hatte ja so viel zu tun…er dagegen hätte sich sicherlich sehr gewundert. Aber eines Tages kam eine gemischte Gruppe, anscheinend alles Paare, und auch die Ladies futterten das Sushi von mir. Als ein weiteres Paar später dazustieß, und alle mit der Begrüßung abgelenkt waren, kam eine einzelne Lady zu mir, die offenbar keinen Partner dabei hatte, streichelte mir über die Brust und küsste mich, alles mehr gehuscht und superschnell, damit es niemand merkt. Obwohl das Ganze kaum mehr als eine Sekunde dauerte, war es ein unglaublich erotisches Gefühl und weckte alle meine bisexuellen Neigungen. Sie schob etwas unter mich, was sich später als ihre Visitenkarte entpuppte.

Haruko, eine höhere Angestellte in der Modebranche…ich rief sie tags darauf an und wir trafen uns mehrfach. Sie sprach makelloses Englisch und wir verstanden uns bestens. Es waren sehr schöne Stunden, ich war wirklich hingerissen von ihr. Eines Tages schlug sie mir vor, ob ich nicht noch einmal Sushiteller spielen wolle. Nicht in einem Restaurant, sondern bei ihr zuhause, und die Gäste sollten alles Frauen sein. Ich willigte ein.

Es war ein Abend den ich nicht vergessen werde. Haruko persönlich verzierte mich mit Sushi, ihre Hände verwöhnten mich ausgiebig,  es fiel mir sehr schwer stillzuhalten. Als die Gäste kamen sprachen sie alle nur Japanisch, und die Regel war natürlich klar: ich bin Sushiteller, und halte still. Ich merkte, dass die Ladies sicherlich nicht gerade aus der Unterschicht kamen. Nach einiger Zeit sah ich im Augenwinkel, dass einige nur noch in Slip und BH waren, und irgendwann wanderten auch diese in die Ecke. Und jetzt galten andere Regeln: die nackten Ladies streichelten mich, überall. Als das Sushi aufgegessen war, verwandelte ich mich vom Teller in einen Partygast – und die Ladies waren wirklich sehr interessante Menschen.

Am Ende war ich überrascht, als jede der Damen mir eine üppige Summe gab – nur Haruko nicht. Haruko war meine Freundin, und die Freundin bezahlt man nicht. Sie verabschiedete sich sehr liebevoll und innig.

Auf den Weg nach Hause dachte ich lange nach. War Haruko eine Gastgeberin oder eine Art Edel-Zuhälterin? War ich Sushiteller, Partygast oder Prostituierte? Das war wohl Ansichtssache.

Haruko aber war danach abgetaucht. Wie vom Erdboden verschwunden. Mails unzustellbar, Handynummer abgemeldet. Vielleicht hieß sie gar nicht Haruko. Bis heute kann ich mir keinen Reim darauf machen. Ich war traurig und verwirrt.

Danach spielte ich noch einmal Sushiteller. Für eine Männergruppe. Es war öde und doof. Und es war das letztemal.

 

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3 Antworten zu Erotic fantasy #2: Sushiteller

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