Bald Kopftuchzwang für Frauen an Amerikas Schulen?

Es ist unglaublich, mit welcher Obsession in nahezu allen Kulturkreisen versucht wird, Frauen vorzuschreiben wie sie sich zu kleiden haben. Dass die islamische Welt in dieser Hinsicht an der Spitze steht, dürfte wohl unbestritten sein. Aber an immer mehr Schulen in den Hinterweltler-Provinzen der USA entwickeln Schulleitungen und manchmal auch Eltern zunehmend Ehrgeiz, den „Rückstand“ zur islamischen Welt aufzuholen.

An der Devils Lake High School in North Dakota wird jetzt versucht, einen Dresscode durchzusetzen, der Frauen das Tragen von Skinny Jeans, Leggins und Yogahosen verbietet. Offizielle Begründung: solche Kleidungsstücke verführen die Jungs dazu “to focus on something other than schoolwork“. Diese Begründung kennen wir ja aus Saudi-Arabien, da müssen Männer auch davor bewahrt werden, durch den Anblick unverschleierter Frauen auf dumme Gedanken zu kommen.

Selbst in New York Citys verschlafenem Stadtbezirk Staten Island kam jetzt ein Schulleiter auf die Schnapsidee, einen strikten Dresscode einzuführen – berichtet die New York Post:

The code doesn’t just cover tank tops and short-shorts, but miniskirts, leggings, skinny jeans, headbands, halter tops, sweats, hats, hoodies, sunglasses and more.

Die Schülerinnen dachten wohl an einen verspäteten Aprilscherz und ignorierten die neue Anordnung. Konsequenz: 200 mal wurde Arrest verhängt, 90% der Betroffenen waren natürlich Schülerinnen. Danach eskalierte der Streit noch mehr und dürfte demnächst vor Gericht weitergehen, weil Eltern dagegen klagen wollen. Viele Schülerinnen ignorieren den dresscode wie Rebecca Brunetta und protestieren massiv dagegen: “These students are rebelling to the point of basically wearing undergarments”.

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Massiven Widerstand gab es auch in Evanston, Illinois. Dort kamen Hunderte Schülerinnen in einem akt offener Rebellion in Leggins und Yoga Pants zur Schule, um gegen das Verbot zu protestieren. Die Schulleitung hatte es verhängt, weil sie die Kleidung der Mädchen für die schlechten Schulleistungen der Jungs verantwortlich gemacht hatte….dazu fällt dir wirklich gar nichts mehr ein.

Noch krasser geht es an der Oakleaf High School in Florida zu. Die 15jährige Miranda Larkin, neu an der Schule, wurde an ihrem dritten Tag an dieser High School gezwungen, ein hässliches überdimensioniertes neongelbes T-Shirt mit der Aufschrift „Dress Code Violation“ zu tragen, um sie öffentlich zu demütigen.

 

Mit diesem Outfit darf Ashley Crtalic nicht am Unterricht der Skyview High School in Billings, Montana teilnehmen:

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Solche Beispiele gibt es immer häufiger in the land of the free, das immer weniger frei wird. Wahrscheinlich verstoßen solche verharmlosend „dress codes“ genannten Vorschriften sogar gegen die Verfassung. Viel schlimmer sind die Botschaften, die damit an die Teenager vermittelt werden: Frauen muss man genau vorschreiben, wo die Grenzen sind. Frauen dürfen keinen Spaß daran haben, schön und sexy zu sein, sondern dafür müssen sie sich schämen. Wenn Frauen sich „zu sexy“ kleiden, lenken sie Männer ab, bringen Männer in Versuchung und sich selbst in Gefahr. Sie sind dann selbst schuld an sexueller Gewalt. Solche stereotypen, anachronistischen Geschlechterrollen sind nicht nur sexistisch, sondern eine Beleidigung für alle Frauen und  Männer, die denken können. Wenn Schulen direkt oder indirekt solche Botschaften an ihre Schülerinnen und Schüler transportieren, machen sie alles falsch  was sie falsch machen können – sie sollten das genaue Gegenteil vermitteln.

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Wie absurd das alles ist, wird sofort deutlich, wenn man den Spieß mal umdreht. Wenn man Männern alles verbieten würde, was Frauen „ablenken“ könnte. Das kann je nach Frau sehr unterschiedlich sein, die eine findet schöne Schuhe attraktiv, andere einen eleganten Schal, wieder andere werden aber durch die manchmal ungemein hässlichen Klamotten von Männern „abgelenkt“ und abgetörnt. Am besten führen wir Uniformen ein.

Was steckt hinter solchen  dumpfen, offenbar nicht auszurottenden Einstellungen aus der Vorgeschichte der Menschheit? Negativ eingestellte verklemmte Leute, die es nicht ertragen können, wenn andere lebenslustig sind, Spaß haben, die darauf neidisch sind, und die nicht nur alles was mit Secualität sondern vieles andere was einfach nur schön und sinnlich ist am liebsten verbieten würden. Leute wie der türkische Vizepremier Bülent Arinc, der Frauen das Lachen in der Öffentlichkeit verbieten will. Solche Typen gibt es zuhauf, überall auf der Welt. In den USA und islamischen Ländern vielleicht noch mehr als anderswo. Aber was ich nicht verstehen kann, ist: warum nehmen alle anderen Leute solche übelgelaunten, negativen Typen überhaupt ernst statt sie einfach laut auszulachen?

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Die Ideologie des “Steuerwettbewerbs“ und wie sie uns ausplündert

Es hat sich mittlerweile herumgesprochen, dass eine Reihevon Konzernen wie Apple, Facebook, Amazon oder Google so gut wie keine Steuern bezahlen. Mit sehr komplizierten Konstruktionen können die Steuergesetze Irlands, der Niederlande und Luxemburgs so genutzt werden, dass solche Konzerne offiziell nirgendwo in der Welt mehr steuerpflichtig sind, also staatenlose Ausländer sind. Was eine natürliche Person tunlichst vermeiden will, ist für einen Konzern höchst attraktiv. „Double Irish with Dutch Sandwich“ wird die in Europa extremste erlaubte Form der legalen Steuerflucht genannt. Dagegen geht nach langem Zögern die EU-Wettbewerbskommission jetzt vor, und stuft das ganze Konstrukt als illegale Subvention ein. Auf die betroffenen Konzerne könnten milliardenschwere Steuernachzahlungen zukommen. Auf die betroffenen Konzerne könnten milliardenschwere Steuernachzahlungen zukommen. Exzellent beschrieben beim International Consortium for Investigative Journalism – aber natürlich nicht in den mainstream Medien, die plappern lieber über Unwichtigeres.

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Harald Schumann hat im Tagesspiegel eine schöne Kolumne dazu geschrieben, in der er das Grundübel so klar wie selten in der europäischen Mainstream-Presse benennt: die neoliberale Ideologie des Steuerwettbewerbs,  die sich tief in die Hirne der Menschen gefressen hat.

„Nach dieser Vorstellung sollen alle Staaten miteinander im Wettbewerb stehen, selbst dann, wenn sie wie die EU einen gemeinsamen Binnenmarkt mit einem gemeinsamen Wirtschaftsrecht unterhalten. In der Folge verstricken sich die EU-Staaten seit Jahren immer tiefer in einen gegenseitigen Unterbietungswettbewerb, um damit Unternehmen zu ködern und die Wirtschaft zu fördern – und das nicht nur bei den Steuern. Das Gleiche betreiben die mehrheitlich wirtschaftsliberalen Regierungen der EU auch bei Löhnen und Sozialabgaben, mit der Folge, dass sich die ungleiche Verteilung bei Einkommen und Vermögen fortwährend verschärft.“

Eine Ideologie, die nur den Konzernen nützt und ihnen hilft, uns alle zu plündern.

Es jahrelang gedauert, bis die extremen Steuergesetze Irlands, der Niederlande und Luxemburgs ins Visier der Diskussion und schließlich der Wettbewerbskommission gerieten.

Gleichzeitig hat in letzter Zeit die britische Regierung, heute wohl die extremste neoliberale Regierung in Europa, schon die nächste Attacke vorbereitet, um eine vernünftige Besteuerung von Konzernen zu untergraben. David Quentin’s tax and law blog erklärt am besten, um was es geht –  “an explanation of how nasty, disingenuous and hypocritical the thinking behind it is.”

Mit dem “Patent Box” genannten Gesetz wird die effektive Körperschaftssteuer von 21% auf 10% abgesenkt, für alle Profite die aus Patenten entstehen. Die Regierung Cameron begründet das Projekt ganz offen damit, die britische Steuergesetzgebung „wettbewerbsfähiger“ zu machen. Im Vorbereitungsprozess für das Gesetz wurde auch ein Gutachten von PriceWaterhouseCooper eingeholt, in dem ganz offen erklärt wurde, dass solche Steuerschlupflöcher der Öffentlichkeit einfacher zu verkaufen seien als allgemeine Steuersenkungen für Unternehmen, obwohl diese natürlich besser wären.

„However, since in some countries incentives can be viewed politically as more feasible than reducing overall corporate tax rates, an alternative tax reform scenario could be the adoption of a patent box regime. Such a regime likely would encourage companies to locate the high-value jobs and activity associated with the development, manufacture, and exploitation of patents in-country.”

PWC gibt selber zu, die öffentliche Begründung für die “Patent Box”, damit hochinnovative Unternehmen anzuziehen, unglaubwürdig sei – die würden sowieso schon massiv subventioniert.

Der britische Finanzsstaatssekretär David Gauke sprach bei einer Präsentation der „Patent Box“ in der Londoner City vor einem Business-Publikum offen aus, um was es geht:

„Because in a global business environment, it isn’t politicians – even those politicians like me, who are responsible for national tax policies – that make the ultimate call about which tax systems are the most competitive or the most attractive. It’s businesses like yours, and you vote with your feet.”

Neoliberale Politik in Reinkultur. Es wird Zeit, damit aufzuräumen.

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So etwas diabolisches muss man sich erst einmal ausdenken…

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Fremde Federn: A Powerful Photo Collection on Female Masculinity

Schöne Frauen – das sind üblicherweise feminine Frauen. Frauen können aber auch schön sein, wenn sie sich maskulin geben. Nicht immer, aber diese Fotokollektion bei everydayfeminism zeigt viele davon. Betont männlich auftretende Frauen, die mich beeindrucken. Noch mehr gibt es bei Meg Allen.

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 As Meg Allen describes, “BUTCH is a celebration of those who choose to exist and identify outside of this binary that has never allowed any accepted crossover. BUTCH is inviting viewers into private lives of female masculinity and suggesting a resilience in nature’s insistence that there is more depth to masculinity and femininity than societal norms care to entertain.

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Schön anzusehen. Frauen dürfen das eigentlich nicht. Aber wenn sie es tun, sind sie weniger gesellschaftlicher Repression ausgesetzt als wenn Männer sich wie Frauen kleiden und benehmen.

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Die Verachtung der Städter für das Land

Meine liebe Freundin C. ist auf das Land gezogen. Nicht ins Umland. Richtig aufs Land. Immer wenn ich sie besuche stelle ich fest, wie sie sich seitdem verändert hat. Sie verändert auch mich immer mehr, wenn ich mit ihr stundenlang diskutiere, es färbt ab. Auf mich, das Großstadtkind. Mein ganzes Leben habe ich in big cities verbracht. Ich liebe sie. Nirgendwo anders könnte ich leben.

Aber ich merke allmählich, was sie anrichten. Sie, die Großstädter, Leute wie ich. Billiges Essen. Das ist der Dreh- und Angelpunkt, um Großstädter – vor allem Hauptstädter – bei Laune zu halten, um Wahlniederlagen, Volksaufstände, Revolutionen zu verhindern. Weltweit.

Aber den Preis dafür zahlt das Land, die Landwirtschaft, die Bauern. Landbewohner, die keine Perspektive mehr haben und dann auch in die Stadt ziehen. Bauernhöfe, die aufgeben, weil sie wirtschaftlich kaputt gemacht werden. In den Agrarsteppen Ostdeutschlands bekommen Agrar-Investoren das Land der bundeseigenen „Boden-Verwertungs- und Verwaltungs-Gesellschaft“, BVVG. Sie bieten am meisten. Der kleine Bauernhof kann nicht mithalten.

Konsequenz: Die Agrarindustrie übernimmt das Land, investoren- und renditegetriebene kapitalistische Firmen ohne Bezug zu dem Land, das sie übernehmen. Tausende Hektar Monokulturen in der Hand weniger proftorientierter Fonds.

Damit übernehmen sie auch uns. Sie verwandeln ehemals blühende, vielfältige Landschaften, für viele Menschen die Heimat, in Agrarmonokulturen. Quadratkilometerweise derselbe Landbesitzer oder –pächter, dieselbe Monokultur, hochmechanisiert, mit so gut wie keinen wirklichen Arbeitsplätzen mehr. Ob Bio oder nicht, spielt längst keine Rolle mehr – die Strukturen sind immer mehr dieselben. Mit der Vielfalt stirbt die Identität einer Region, sie hört auf Lebensraum zu sein, Heimat zu sein. Sie wird austauschbare Produktionsfläche.

Was wir heute mit unserer Geiz-ist-geil-Billigfraßkultur machen, beispielsweise so etwas wie hier, ist die nackte Verachtung der Arbeit der Bauern. Sie kämpfen um ihre wirtschaftliche Existenz, während sich die Ernährungsindustrie und der Handel die Renditen in die Taschen stopfen. Die soziale Spaltung, die zunehmende Armut sorgt dafür, dass Millionen auf  billiges Essen angewiesen sind – Geiseln der Agrarindustrie für die Ausbeutung und Vernichtung bäuerlicher Landwirtschaft und eigenständiger Perspektiven für ländliche Räume. Wir sind an dem Punkt, wo die brutale Ausbeutung osteuropäischer Migranten auf Feldern und in Schlachthöfen gerechtfertigt wird mit der Notwendigkeit, Essen muss billig sein. Billiger als in jedem anderen Land Europas. Deutschland, das Land der übelsten Dumpinglöhne in den Schlachthöfen.

Wir müssen das Stadt-Land-Verhältnis neu denken. Der Schlüssel dazu ist das Essen – der Preis des Essens, der Ausdruck unserer Wertschätzung der Arbeit der Bauern. Die Realität heute ist: die Verbraucher in den Städten verachten die Bauern, verachten den Wert ihrer Arbeit und ihrer Erzeugnisse. Nicht moralisch, nein, sondern mit dem Geldbeutel. Wir wollen gutes Essen, Mindestlöhne in der Landwirtschaft, keine Tierquälerei – aber nichts dafür bezahlen. Das ist verlogen.

Liebe C., ich danke dir, das habe ich jetzt verstanden.

Und ich habe verstanden: Wenn wir das nicht angehen, haben wir nichts verstanden.

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Schmeckt es nicht wunderbar, der Billigfraß?

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Schönheit – und ihr Preis

Alle Frauen wollen schön sein. Viele sind es, aber die wenigsten glauben es. Viele verzweifeln daran, ihren – oder den gesellschaftlichen – Schönheitsidealen nicht zu entsprechen. Ess-Störungen, Magersucht und so weiter sind die Folgen. Viele könnten so viel einfacher schön sein als sie es mit diesen verrückten Hungerkuren je erreichen können. Dürre Hungergestalten sind ja wirklich – hässlich.

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Viel wichtiger als einige Kilo weniger sind etwas mehr Geschmack bei Kleidung und Schuhen (Stichwort: Bellezza Italiana statt Berliner Schlabberlook), ein bisschen Mut zu femininen Accessoires, und vor allem: der Ausstrahlung einer selbstbewussten, sinnlichen Frau.

Ich will nicht prahlen. Unter dem Komplex, nicht schön genug zu sein, habe ich seit langem nicht mehr gelitten. Ich möchte erotisch sein, und das strahle ich aus, so ziehe ich mich an – irgendwie klappt das eigentlich fast immer. Da können die Haare oft noch so chaotisch aussehen – es ändert an deiner Ausstrahlung nicht viel.

Nur, das Problem ist, damit löst du Neid aus. Nein, schöne Menschen und vor allem schöne Frauen haben es oft genug schwerer im Leben als weniger Schöne. „Sie ist ein Model und sie sieht gut aus, und Schönheit wird bezahlt“, sangen Kraftwerk mal – ja, das mag für Models gelten, aber nicht für die meisten anderen.

In Jobs, bei denen es auf „Seriosität“ ankommt, in Positionen die von Männern dominiert sind und als maskulin gelten, werden „schöne“ Frauen diskriminiert, man traut ihnen das nicht zu – Ergebnis einer Studie der University of Colorado. Kommt mir bekannt vor, geht mir jeden Tag so. Schöne Frauen wie Cristina Kirchner können zwar Präsidentin Argentiniens werden, aber im nüchtern-protestantischen Deutschland wäre das undenkbar. Merkel mit Lippenstift und Ohrringen, auf High heels? Haha. Schöne Frauen sind keine seriösen Führungspersonen, so geht das quer durch Wirtschaft und Gesellschaft. Denn so glaubt es der Deutsche, und wohl noch mehr die Deutsche.

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Aller Frauenemanzipation zum Trotz, diese Vorstellungen halten sich hartnäckig – auch wegen der Frauen selbst. Viele Frauen reagieren zunächst sehr distanziert und reserviert auf andere Frauen, die sie als „schöner“ oder gar „sexy“ empfinden. Ich übrigens auch. Der Reflex ist mir nicht fremd. Ich nehme an, Männern geht es mit anderen Männern ähnlich. Derselbe Reflex: Konkurrenz.

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Eine Freundin sagte mir mal ganz offen, warum sie lange sehr distanziert auf mich reagierte. Schönheit heißt, nichts im Kopf, und alles gelingt ihr dennoch. Die steht im Zentrum der Aufmerksamkeit, nur weil sie gut aussieht, und du strengst dich an und es bringt nichts. Nicht erst wenn Personalabteilungen ähnlich denken, wird Schönheit zum Problem. Es fängt schon in deinem täglichen Leben an. Es gibt Frauen, die voll diesem Mechanismus unterliegen, mit denen wirst du nie klarkommen – manche bewundern dich auch, aber das ist nicht viel besser. Aber es gibt auch andere, die sich davon emanzipiert haben.

Emanzipieren wir uns von dem ganzen Müll im Kopf. Eine meiner liebsten Freundinnen ist optisch so ziemlich das Gegenteil von mir. Als wir uns das erste Mal gesehen haben, haben wir uns sofort verstanden, nicht obwohl, sondern wahrscheinlich auch weil wir offensichtlich keine Konkurrenzspielchen brauchten. Wir würden durch dick und dünn miteinander gehen. Manchmal machen wir uns den Spaß, uns zu verkleiden – als die andere. Ich mit Jeans und Turnschuhen, karierter Bluse und Pferdeschwanz, keine Accessoires und Makeup – sie mit High Heels, Minikleid, Schmuck und Lippenstift. Nur an ihrer Frisur kann sie auf die Schnelle nicht viel ändern. Es macht einen Riesenspaß. Wir nehmen uns selber nicht mehr so ernst – und wenn man mal zusammen gelacht hat und sich zusammen vergnügt hat, bricht das mehr Vorurteile auf als tausend Diskussionen.

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Geheime Firmen

In meiner neuen Rubrik „Sunflower’s Business Views“ präsentiere ich heute wieder einiges über die Schattenseiten der Wirtschaft. Anonyme Firmen, mit geheimen Eigentümern. Gibt es so etwas? In der Tat, das gibt es. Natürlich ist bei vielen Aktiengesellschaften nicht so genau bekannt, wer eigentlich die Aktionäre sind. Aber darum geht es hier nicht. Es geht um Firmen, die nur für den Zweck gegründet und registriert werden, um Eigentumsverhältnisse zu verschleiern. So etwas gibt es in vielen Ländern oder Gebieten, wenn auch nicht überall.

Neu ist dieses Problem beileibe nicht. So richtig in den Brennpunkt trat es mit dem Zusammenbruch der BCCI vor 20 Jahren, gemeinhin als Bank of Crooks and Criminals International bekannt, auch wenn sie in Wirklichkeit Bank of Commercial Credit International hieß. Die Ermittler stießen auf ein nahezu undringliches Netz anonymer Firmen, häufig im US-Staat Delaware registriert. Delaware ist ein bekanntes Schlupfloch für Steuerhinterzieher und Wirtschaftskriminelle.

Die Weltbank hat dazu vor einiger Zeit auch einen – für Weltbank-Verhältnisse – sehr interessanten Report herausgebracht. „The Puppet Masters – How the Corrupt Use Legal Structures to Hide Stolen Assets and What to Do About It”. Sie geht davon aus, dass in 85% aller großen Korruptionsfälle das Geld mit Hilfe von Firmen in Sicherheit gebracht wird, deren Eigentümer nicht identifiziert werden können. Der bereicht beschreibt, dass die USA der absolute Lieblingsort für Schmiergeldempfänger und Betrüger aus aller Welt sind, ihr Geld in Sicherheit zu bringen. In den USA werden jedes Jahr zehnmal mehr Firmen gegründet als in den bekannten 41 Steueroasen ZUSAMMEN. Die Gebühren für Firmen registrieren, gerne auch online ohne jede Identitätsprüfung,  bringt dem Staat Delaware inzwischen fast ein Viertel des Staatshaushalts ein.  US PIRG geht davon aus, dass 17% aller Firmenspenden an Politiker in den USA über solche anonymen Firmen abgewickelt werden. Alle Versuche, die amerikanische Rechtslage zu verschärfen, schlugen in den letzten 15 Jahren fehl – warum wohl? Selbst die G8 haben darüber letztes Jahr diskutiert, ergebnislos.

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Ein Bericht der Organisation „Global Witness“ wirft jetzt Licht in die Dunkelheit dieses Problems – und startet eine Kampagne, anonyme Firmen endlich abzuschaffen. „The Great Rip Off – Anonymous company owners and the threat to American interests” ist ein sehr spannender Report, und bestätigt eindrucksvoll die alte Weisheit: Die Wirklichkeit ist spannender als jeder Krimi. „The Great Rip Off shows how fraudsters, mobsters, money-launderers, tax-evaders and corrupt politicians are able to use anonymously-owned American companies to cover their tracks and evade the authorities. “

Absolut lesenswert – um die Wirklichkeit zu verändern, muss man sie zuerst verstehen. Beim Lesen der 24 Seiten wird es nie langweilig. Empfehlenswert!

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Ich sitze zwar im Chefsessel, aber zu welchen Firmen er gehört, verrate ich ihnen nicht…

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Erotica

Es ist spät geworden, als ich endlich nach Hause komme. Ein anstrengender Abendtermin, und immer kannst du dich dem nervtötenden Empfangs-Smalltalk nicht entziehen, wenn du mitspielen willst. Alle meine lieben Mitbewohnerinnen sind entweder nicht da oder schon im Bett. Raus aus den Schuhen, raus aus den Klamotten, Freiheit. Zum Abspannen setze ich mich aufs Bett und surfe ich noch ein bisschen auf einigen netten Blogs.

„Bist du schon wieder online?“ C. steht in der offenen Tür, mit verwuschelten Haaren, nackt, frisch aus dem Bett gekrochen.

„Habe ich dich geweckt? Ich war doch wirklich leise.“

„Nicht leise genug. Ich habe noch nicht geschlafen.“

Ihre Augen haben diesen eindeutigen Ausdruck, den sie manchmal hat. Ich kenne ihn und ich liebe ihn. Ich weiß wie es jetzt weitergehen wird. Eigentlich eine gute Idee. The real thing is always better than the cybercopy.

„Was liest du denn wieder, Liebste, ich weiß es, erotische Blogs, das liest du doch am liebsten. Lies ruhig weiter, ich massiere dir den Nacken, immer diese Bildschirmhaltung führt zu Verspannungen, das ist ungesund.“

Ich genieße ihre zärtliche Massage, die bald in tiefere Regionen als den Nacken vorstößt und vom Massieren in ein Streicheln übergeht. Ich lese ihr einige Highlights vor, wir fangen an zu kichern.

What Zoe wanted wasn’t someone to merely pose nude for her. No. She wanted a woman to work herself to orgasm, while she photographed and recorded the orgasmic response of the subject. The photographs and video would be used by Zoe to capture the moment orgasm hit, and the final product would be in the form of a drawing. The photos and recorded material would be destroyed after the piece was finished, or would be given to the subject, if they wished.

“Ist das nicht anstrengend? Das klingt nach harter Arbeit”, meint C.

Georgia stood up off her bed and undid the belt of her robe, then let it fall from her arms, onto the floor. Standing naked before Zoe felt a lot different than the times she had posed for various art classes. Being naked for Zoe felt almost intimate, like there was emotion attached that wasn’t usually there. Zoe smiled at her.

„Ich glaube, das können wir besser“, meint C. und klappt den Computer zu. Ihre Hände umfassen meinen Kopf zärtlich und wir küssen uns minutenlang. Wir merken, wie heiß es geworden ist. Sie öffnet das Fenster, eine leichte Brise weht herein, ein schönes Gefühl auf der Haut. Meine Nippel werden hart, ich liebe dieses Gefühl, C. streichelt sie zärtlich mit ihrem weichen Mund. Sie berührt mich, streichelt mich überall, schaut mir immer wieder mit einer unglaublichen Leidenschaft in die Augen. Ich lasse alles mit mir machen, alle Müdigkeit ist wie verflogen. Ihre Zunge ist zu den unglaublichsten Dingen in der Lage, unwiderstehlich.

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Am nächsten Morgen weckt uns die Sonne durch das offene Fenster. Viel zu früh. Aber so haben wir Zeit noch ein bisschen weiterzuspielen. So fängt der Tag gut an. Ein wunderbarer Tag liegt vor uns.

 

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