Enigma: The Principles of Lust

One of Germany’s best music productions ever. It is so sensual, erotic, mythic. It gives you a sense of eternal destiny, a sense of millennial history,a sense of European Kama Sutra –  a sense that can only come to you in the Old World. Fascinating. Composer and mastermind Michael Cretu is Romanian-born, and he recorded it in Ibiza, and the texts are in English. I am not so sure why it is classified as “German”. Maybe he composed it in Germany.  Who cares. Wonderful music from the 1990s, between the demonic forces of religion and the animalistic instincts of mankind. I would have loved to be part of it.

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Die Sexualität der Männer – Ansichten und Vermutungen, Teil 2

Vor einiger Zeit stolperte ich über einen interessanten Blogbeitrag bei Psychology Today mit der vielversprechenden Überschrift Why Men Find It So Hard to Understand What Women Want“.

Philosophieprofessor Mark White schildert eine Konversation mit einem Freund, der ihm begeistert von seiner Beziehung berichtet. Seine Freundin liebt es und genießt es, von ihm begehrt zu werden. Begehrt, in jeder Hinsicht, körperlich, sexuell, intellektuell, alles. Leicht verunsichert antwortet er nicht etwa, ey wie geil, nein, das tut ein Professor nicht.  Er räsoniert, dass ihm das sehr schwer falle, einen respektvollen Umgang mit Frauen zu vereinbaren mit „animalistic, nonrational expressions of passion and desire that women want from us“. So gehe es seiner Meinung nach den meisten Männern, und auch wenn viele Männer solche Gefühle ebenfalls haben, trauen sie sich nicht sie auszudrücken weil sie Gefahr laufen, mit Männern verwechselt zu werden, die das auf brutale und respektlose Weise tun. Wann also sind solche Gefühle für Männer okay? Diese Frage sei einfach extrem schwierig. Zu warten, bis einem die Frau klare unmissverständliche Signale in diese Richtung gebe, bedeute, den emotionalen richtigen Moment zu verpassen. Das Geheimnis sei ja genau, eben nicht so lange zu warten, sondern diesen Zeitpunkt intuitiv zu erfassen – nicht ihn rational und risikofrei zu erfassen. „The problem for the considerate man, however, is how to express “overwhelming” desire within the constraints he holds himself to and he feels a woman is entitled to; in other words, he doesn’t know how to be both the beast and the gentleman she wants and deserves.”

Gut beschrieben, nehme ich an.

Sein Freund antwortete ihm, sie kennen sich einfach lange genug um das richtig einzuschätzen. Nicht hilfreich, fand er, für Paare die sich erst kennenlernen – und genau das eben noch nicht so gut einschätzen  zu können. So wie ihm gehe es wohl den meisten – die „appropriate balance between thoughtful consideration and spontaneous desire“ löse er eben so auf, dass er sicherheitshalber näher bei der respektvollen Überlegung bleibe und nicht so sehr bei spontanem Verlangen. Die Gefahr, schlagartig die Lady zu brüskieren und alles in den Sand zu setzen, sei eben viel größer, als sie möglicherweise etwas zu langweilen.

Sehr guter Punkt. Richtig gemacht, in einem gesellschaftlichen Klima wo schon der kleinste Fehltritt als sexuelle Belästigung gilt ist alles andere vermutlich der pure Leichtsinn und kann dein gesellschaftliches Ende bedeuten. Aber auch falsch gemacht, weil ein Treffer ins Schwarze eben der Hauptgewinn sein kann. Wie kann ein Mann diese schwierige Balance finden, eine Frau zu respektieren und zu begehren?

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Vielleicht ist es deswegen so schwierig, weil Männer es selbst nicht gewöhnt sind, dass umgekehrt Frauen sie begehren. Frauen sind gesellschaftlich konditioniert, sich „erobern“ zu lassen, begehren zu lassen, nicht die Initiative zu ergreifen – und deswegen kennen Männer es eigentlich nicht anders. Was ist, wenn eine Frau ihn begehrt? Auch sie wird warten, abschätzen ob er Biest oder gentleman ist, ihn näher kennenlernen, und hoffentlich nicht genauso warten bis sie es 100% weiß. Denn dann wird sie es nie wissen. Sie kann vermutlich besser damit umgehen, den richtigen Zeitpunkt zu finden – aber sie ist von klein auf darauf getrimmt, dass das nicht ihrer Rolle ist.

Ja, für Frauen ist die Faszination eines Mannes die richtige Mischung aus Biest und Gentleman, und eine Fehleinschätzung kann fatale Folgen haben. Sie will natürlich kein echtes Biest, aber auch keinen Gentleman der das Biest in ihm immer nur unterdrückt, aus welchen Gründen auch immer. Vermutlich würde es ihr erheblich helfen, den Richtigen zu finden, wenn sie ab und zu den Spieß umdreht. Wenn wir sexuell offenere, attraktivere, faszinierendere Männer wollen, die uns nicht nur heimlich begehren aber nie respektlos werden – wir werden es vermutlich nur bekommen, wenn auch wir unsere traditionellen Rollengrenzen überschreiten und uns nicht nur „erobern“ lassen sondern das auch mal selber tun.

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Fremde Federn: Punkgebete

Punkgebete ist ein Blog des „Kultgenossen“, der mehr Aufmerksamkeit verdient hat. Auch wenn er etwas großspurig daherkommt und verkündet „Wir sind die Zivilgesellschaft!“ (aha. und wir anderen wohl nicht?) – das macht nichts. Der Blog ist behandelt ausgesprochen vielfältige Themen, und das mag ich. Besonders empfehle ich den Beitrag „Verzerrte Wahrnehmungen“ . Eines meiner wiederkehrenden Themen ist die Auseinandersetzung mit den Gesellschaften der Middle East-North Africa Region (MENA), und das bedeutet zwangsläufig auch mit dem Islam.

Dieser Beitrag beschäftigt sich ebenfalls mit dem Islam, und wie verzerrt er im Westen wahrgenommen wird, quer durch die ganze Gesellschaft, von links bis rechts. Gegen den Islam hetzen auf plumpe Weise Progressive wie Reaktionäre, eines haben sie gemeinsam: sie predigen die Überlegenheit des Westens, die Rückständigkeit der Anderen. Damit sind sie für mich alle arrogant und reaktionär.

Ich schweife ab.

„Ich muss gestehen, immer wenn es um den Islam geht, bin ich zutiefst gespalten, weil soviel in einen Topf geschmissen, alles einmal durch den Mixer gejagt und alle zwei bis drei Jahre wie neu entdeckt aufgetischt wird: voilà der Islam…. falsche Bilder: eine falsche Selbstwahrnehmung der “aufgeklärten” christlichen Länder und eine verzerrte Wahrnehmung der islamischen Staaten. Ich habe versucht, einen anderen kleinen Ausschnitt der gesellschaftlichen Wirklichkeit innerhalb der islamischen Welt zu skizzieren, der einer vereinheitlichenden Sicht entgegensteht. Die Vielfalt der Positionen wahrzunehmen ist der beste Schutz vor solchen Holzschnitten. Ich kann nur hoffen, dass sich Menschen mit Menschen solidarisieren und keinen “Experten” nachrennen, die die richtige Sache des Antifaschismus mangels Analysefähigkeit zur Sache des Antiislamismus machen. Das Gegenteil von Bildung und Aufklärung ist nicht deren Mangel sondern Bevormundung.“

Soweit Kultgenosse.  Ich stimme voll und ganz zu. Lest diesen Blog. Es lohnt sich. Ein Beitrag dazu, die Welt differenzierter zu sehen als diese Herren.

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Die Sexualität der Männer – Ansichten und Vermutungen, Teil 1

Männer. Die rätselhafte andere Hälfte der Menschheit. Ich habe hier schön öfter dagegen geschrieben, dass Frauen als „Schlampen“ beschimpft werden, nur weil sie Sex und Erotik schön finden und das auch ausleben. Was ist mit den Männern?

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Es stimmt, es gibt mehr gesellschaftliche Akzeptanz dafür, wenn Männer ihre Sexualität ausleben, jedenfalls ist es kein Zufall dass es kein männliches Äquivalent zu „Schlampe“ gibt. Die entsprechenden Attribute sind wesentlich freundlicher, Schürzenjäger, Casanova etc sind eigentlich fast schon bewundernd gemeint. Ein Mannsbild wie Horst Seehofer darf „fremdgehen“, seine Stellvertreterin Ilse Aigner dürfte sich so ein ausschweifendes Sexualleben nicht leisten.

Aber das gilt nur, solange diese männliche Sexualität sich in den engen Normen der gesellschaftlichen „Normalität“ bewegt. Die können sehr eng sein. Männer, die diese verlassen, sind gesellschaftlich rasch erledigt. Eigentlich gibt es in der Öffentlichkeit, in den Medien wenige positive Rollenbilder, die sexuell positiv besetzt sind. Sicher, da gibt es George Clooney, angeblich privat auch ein „Schürzenjäger“ – aber wer will sich schon mit ihm vergleichen? Der hat Kultstatus, so eine Art Marilyn Monroe, nur dass er noch lebt. An den kommt keiner ran.

Außerhalb solcher Rollenbilder kommen in den Medien zum Thema männlicher Sexualität leider vorwiegend negative Dinge vor.

Die pädophilen Kindesmisshandler:  ein Sebastian Edathy ist schon erledigt, wenn er nur legale Fotos bestellt. Die Grünen und ihr Ex-Chef Trittin sind erledigt, weil sie vor Jahrzehnten zu Pädophilie nicht die heute übliche 150%ig repressive Linie eingeschlagen haben. Die katholische Kirche ist vollgestopft mit mehr oder weniger pädophilen Priestern, die ihre sexuelle Frustration an Mädchen und Jungen abreagieren. Dass Woody Allen noch nicht aus allen TV-Programmen verschwunden ist, ist fast schon ein Wunder.

Die kann man noch als „abartig“ abtun. Aber da gibt es natürlich auch die Normalos, die plötzlich zu Vergewaltigern werden, wie die Schüler in Steubenville, gedeckt von der Polizei. Kachelmann, erledigt nach einem unbewiesenen Vergewaltigungsvorwurf.

Und natürlich, die aktuelle hysterische Debatte um die Re-Kriminalisierung von Prostitution, von Sexarbeit, losgetreten von restaurativen Moralaposteln. Männer, die sexuelle Dienstleistungen kaufen, sind natürlich in erster Linie Verbrecher, die arme Migrantinnen (Zwangs-Prostituierte) vergewaltigen. Das muss man kriminalisieren. Schwedisches Modell. Freier in den Knast.

Das alles hast du im Kopf, wenn du die Medien scannst. Fazit: Männer sind Schweine. Dazu kommt, dass eine ganze Reihe Männer die Negativstereotypen bestätigen, die „man“ so über ihre Sexualität hat. Nicht nur im betrunkenen Zustand, wenn sie das sagen was sie anscheinend sonst nur denken.

Ich kenne einige Männer, die mir sagen, ich wisse gar nicht was für schweinische Gedanken ihnen so durch den Kopf gehen, wenn sie auch nur halbwegs attraktive Frauen sehen. Busen streicheln sei noch das Harmloseste.Sie könnten nichts dagegen machen. Andere Männer hätten besser gelernt, sowas zu verstecken, aber sie seien sicher, solche Gedanken hätten alle Männer. Interessanterweise haben sie dabei alle ein schlechtes Gewissen, stolz sind sie darauf nicht. Botschaft: Männliche Sexualität ist was Schlechtes. Wenn ich dann antworte (und zwar ohne jede Andeutung von schlechtem Gewissen), ähnliche Gedanken seien mir alles andere als fremd, glauben sie mir das einfach nicht. Oder sie deuten an, na du bist ja bekannt als … naja, Schlampe oder so ähnlich, aber „normale“ Frauen machen das sicher nicht.

Ist das wirklich so? Haben Männer wirklich entweder eine unterdrückte Sexualität – oder wenn sie sie nicht scharf kontrollieren und reglementieren, dann sind sie Schweine?

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Eine interessante Beobachtung las ich kürzlich in der Philosopher’s Mail

One kind of answer begins with the residual guilt many men feel around sex. A good number of them spend the bulk of their formative adolescent years feeling that sex is something they want far more of, and far more urgently, than women. They would love to go further, try certain things, but the girls they know too often look straight through them and never call back. The scenarios in porn and in their imaginations seem incapable of being enacted with anyone available in the real world. The result is shame: it may end up seeming as though sex is an embarrassingly peculiar thing they made up themselves and can’t persuade anyone else to partake in. Even outside of religious belief systems, even in this liberated age, it is only too easy for straight men to feel lonely, even dirty, about having a sex drive. Hence the relief of lesbianism for men. Here, at last, is incontrovertible proof of a point that should always have been, but isn’t necessarily, obvious: that women want sex just as much as, and sometimes far more than, men; that women can be as uncompromising, imaginative and committed in its pursuit as any male.

Männer finden lesbische Liebe also faszinierend, weil sie ihnen das Gefühl gibt, dass auch Frauen scharf auf Sex sein können. Dummerweise sind lesbische Frauen aber nicht ihre Zielgruppe. Die meisten heterosexuellen Frauen haben aber Angst davor, als „Schlampe“ abgestempelt zu werden, verstecken ihre sexuellen Bedürfnisse deswegen, und leben sie schon gar nicht aus. Konsequenz: nicht nur Frauen, sondern auch heterosexuelle Männer stehen wegen der ständigen Disziplinierung von Frauen durch die „Schlampen“-Stigmatisierung am Ende als Verlierer da. Er wünscht sich eine sexuell aktive Frau, vielleicht sogar eine die mehr sexuelle Bedürfnisse hat als er. Die findet er aber nicht, weil die gesellschaftlich nicht toleriert werden. Am Ende glaubt auch er, seine sexuellen Bedürfnisse seien irgendwie schweinisch, peinlich,  und müssen unterdrückt werden.

Was soll das alles?

Fortsetzung folgt.

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Ist Ihnen irgendwas peinlich, junger Mann?

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Die marktkonforme Demokratie und ihre Hofschranzen

„Es geht wieder aufwärts in Griechenland – Die Griechen sind wieder zurück an den Kapitalmärkten“. Die Kapitalmärkte, dein Herr und Meister. Niemandem anderen sollst du dienen. Das Goldene Kalb im Zeitalter des Neoliberalismus. Es ist kaum vorstellbar, dass dieses ganze zynische Geschreibsel „unserer“ Leitmedien derart unkritisch in der deutschen Öffentlichkeit aufgenommen wird. Aber genau das passiert. Die feisten Gesichter der Valerie Hallers und wie sie alle heißen vor ihren blöden Frankfurter Börsenkulissen verkünden es, das Volk absorbiert diese „Wahrheiten“ kritiklos.

In Athen muss Merkel derweil von einem Großaufgebot von Polizei geschützt werden, sonst würde sie vom Volk verjagt. Dem geht es nämlich alles andere als besser, sondern immer schlechter. Die Spekulanten, pardon die „Anleger“ stürmen dagegen die neu aufgelegten griechischen Staatsanleihen, überzeichnet waren sie, diese Ramschpapiere. Euphorie an den Finanzmärkten heißt es, 4.75% Zinsen bieten sie. Das vagabundierende, renditesuchende Kapital findet das natürlich im Zeitalter der Null- und Niedrigzinsen sehr attraktiv, zugreifen heißt die Devise.

Für diese gierigen Raffkes bürgt der gesamteuropäische Steuerzahler. Nur deswegen stürzen sich „die Anleger“ auf die Griechenanleihen. Dass das Land mit einer Staatsverschuldung von 175% jemals diese Anleihen zurückzahlen kann, ist mehr als fraglich – der soziale Preis dafür wäre sogar den geduldigen Griechen zu hoch. Am Ende kommt immer dasselbe heraus: die Bürger Europas wollen die Spekulanten, Anleger, die Reichen nicht anständig besteuern, deswegen haben die zuviel Geld das sie irgendwo anlegen wollen, und die werden dann auch noch mit Steuermitteln mit Renditen versorgt, die letztlich ein Steuerzuschuss sind.

Merkt das eigentlich niemand?

Wir machen die Reichen mit Steuergeldern noch reicher, statt ihnen die Steuern auf ein anständiges Niveau zu erhöhen.

Ist das so schwer zu verstehen?

Offenbar. In Deutschland am allermeisten. Sie halten sich für so klug, diese Deutschen, und sind doch anfälliger als wohl zu keiner anderen Zeit seit den 1950er Jahren für eine politische Chloroformierung (Roger Willemsen) durch einen neoliberalen Mainstream-Konsens. Wer widerspricht, ist out.

Dabei sind sie selber genau so betroffen von der massiven Umverteilung von unten nach oben, diesem epochalen Projekt das Maggie Thatcher und Ronald Reagan 1980 auf den Weg gebracht haben. Ungebremst geht es weiter, dafür braucht man weder eine FDP noch eine Tea Party. Die sind nützlich, wenn der neoliberale Mainstream selber als „gemäßigt“ erscheinen möchte. Aber entbehrlich. Ihr Programm ist längst auch das Programm der Sozialdemokraten, Christdemokraten, Grünen und so weiter.

Was dabei gespielt wird, ist eigentlich ohne große Anstrengung nachzulesen. Du musst nicht schratige Blogs lesen. Selbst die noch halbwegs pluralistischen Mainstream-Medien bringen es ab und zu. Zum Beispiel in der eigentlich sterbenslangweiligen ZEIT vor wenigen Wochen.

Opfer für die schwarze Null, dem Heldenprojekt des Sparkommissars Schäuble. Wir erhöhen auf breiter Front die Sozialversicherungsbeiträge, belasten also die Wenigerverdienenden, und dafür sind Steuererhöhungen für Gutverdienende oder gar für Unternehmen tabu. Haushalte mit einem Jahreseinkommen von mehr als 200.000 Euro tragen rund 14 Prozent zum gesamten jährlichen Aufkommen aus der Einkommensteuer bei, aber nur etwa ein Prozent zum Aufkommen aus Sozialbeiträgen. Schon fangen die ersten schon wieder an über Steuersenkungen zu reden. Für Reiche natürlich – gemeint ist nicht die Mehrwertsteuer.

Wie sehr dem Establishment die Konzerne am Herzen liegen, haben Gabriel und Merkel wieder bewiesen mit der erfolgreichen Aktion, die Strompreissubventionen für die Industrie gegen die lästige EU-Kommission zu verteidigen. Sollen doch die Normalos blechen, die Genossen der Bosse kümmert das nicht. Für das soziale Image reichen erstmal Mindestlohn und Rentengeschenken – darüber wird natürlich vergessen: die bezahlen die Rentenbeitragszahler, nicht die Allgemeinheit. Sechs Milliarden Euro zahlen die Beitragszahler mehr, weil der Zuschuss für die Krankenkassen gekürzt wird – oder sie nehmen schlechtere Leistungen hin. Vierzig Milliarden nimmt sich die Koalition nach RWI-Berechnungen in dieser Wahlperiode aus den Sozialkassen.

Es ist bekannt, die Linken dürfen artig dagegen protestieren, und trotzdem sonnt sich Merkel und ihre Umverteilungspartei in hohen Umfragewerten, maßgeblich mit orchestriert von einer loyalen Hofmedienlandschaft. Es muss sich viel, sehr viel ändern in diesem Land. Zuallererst in den braven Köpfen, die das selbständige Denken weitgehend verlernt haben.

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Es ist zum Haareraufen…

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Vibrator-Wecker

Eine Freundin hat mir kürzlich ihre neueste Errungenschaft gezeigt, einen ganz neuen Wecker. Den Vibrator-Wecker. Aufwachen mit einem Orgasmus, oder zumindest sehr stimulierenden Reizen. Klingt gut, so grundsätzlich. Das Ding hat die Passform, mit der es unauffällig in jedem Slip gelegt werden kann, angeblich fühlst du es kaum wenn es nicht gerade „klingelt“. Sechs Vibrationslevels ermöglichen dir eine individuelle Einstellung. Hm, nachts trage ich ja ungern irgendwelche Klamotten, aber das wäre ja schon mal ein Grund es auszuprobieren. Ja, sie hat es mir ausgeliehen.

Es ging schief. Zum Glück hatte ich den richtigen Wecker auch noch angestellt. Aber das Ding hatte sich selbständig gemacht und lag irgendwo im Bett. Du brauchst wohl etwas, nun ja, großflächigere Slips als ich, wenn das Ding drinbleiben soll.

Ich habe es nochmal ausprobiert, bei einem kurzen Nachmittagsnickerchen, in Klamotten. Super Sache, geile Erfindung. Leider mache ich Nachmittagsnickerchen eigentlich fast nur auf Bahnfahrten, aber dafür sind diese Dinge kaum brauchbar. Wenn es plötzlich zwischen den Beinen vibriert und die anfängst genießerische Laute von dir zu geben und so aufwachst, das ist mir glaube ich, nun ja, too much. Aber vielleicht sollte man es mal ausprobieren?

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Fremde Federn: Die Schere im Kopf

Der EU-Gerichtshof urteilt: Vorratsdatenspeicherung in der bisher geplanten Form ist rechtswidrig. Die massenhafte Speicherung von Telefon- und Internetverbindungsdaten der Bürger ohne konkreten Anlass sei ein gravierender Eingriff in die Grundrechte der Bürger. Sie werden sich was neues einfallen lassen, die Überwachungsfanatiker. Pünktlich und passend dazu erscheint heute ein Beitrag des berühmten Bloggers Kiezneurotiker, der sich mit der durch den Datensammel-Wahn ausgelösten „Schere im Kopf“  befasst. Er verrät uns, wie er mit vielen Fake Identities und Pseudonymen Datenverwirrung betreibt, und hofft, dass man nicht herausfindet wer er ist. Seine eigentliche Identität findet im Netz nicht statt. Er ist nicht der, der er ist, er existiert nicht.

„Mir ist nicht alles egal. Ich schreibe so, als wäre denen, die das Netz rastern, bekannt, dass ich das bin, der da schreibt. Das ist wahrscheinlich auch so. Ich wäge ab, ich überlege, was ich bringen kann und was nicht und schreibe so, dass ich einem Gremium, das darüber befindet, ob ich meinen Job oder meine Kinder verliere, diese Texte mit dem Schalk im Nacken erklären kann, wenn mich das Gremium danach fragt. Hey, ich mach’ doch nur Spaß. Satire darf alles. Und Überspitzung ist ihr Mittel. Ja? Mache ich das? Ich weiß es nicht. Nein, nicht. Oder doch? Vielleicht. Vielleicht nicht. Ich weiß es doch auch nicht. Und wenn ich es nicht weiß, wer weiß es dann?“

Ja, ich kenne das. Ich habe mir diese Fragen auch schon oft gestellt. Eine NSA, die alles daran setzt, rauszubekommen, wer ich bin, die kriegt auch raus wer ich bin. Auch wenn ich nichts Verbotenes mache, alles legal ist, schon die kleinste Abweichung von der Norm kann dich gesellschaftlich killen, beispielsweise wenn es um so unappetitliche Dinge wie Sex geht. Das ist noch gefährlicher als politischer Dissens. Auch viele politische Ansichten, auch wenn sie noch so legal sind, können dich ruinieren, wenn sie rauskommen. Oute dich mal als Linken-Wählerin in einer Unternehmensberatung, und du bist weg.

Ein wunderbarer Blogbeitrag, der die Gefühle beschreibt die sicher viele Blogger kennen, wenn sie Unangepasstes, Nonkonformes, Ketzerisches und politisch Unkorrektes in die Tasten hacken. Sehr lesenswert.

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Nein, wir haben nichts zu verbergen im Daten-Spinnennetz.

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